Dünne Stellen, kleine Löcher, feine Fäden zwischen den Fasern: Motten im Teppich fallen oft erst auf, wenn der Schaden schon sichtbar ist. Hier erfährst du, woher die Motten kommen, woran du einen Befall erkennst, welche Teppiche besonders gefährdet sind und wie du die Motten wieder loswirst.
- „Teppichmotten“ sind fast immer Kleidermotten. Ihre Larven fressen Wolle, Seide und andere tierische Fasern.
- Typische Zeichen: Löcher und dünne Stellen, Gespinste, Kotkrümel und weißliche Larven.
- Saugen und Waschen reichen nicht, weil die Eier auch in Ritzen im Raum sitzen. Dort setzen Schlupfwespen an.
Woher kommen Motten im Teppich?
Meist kommen sie mit gebraucht gekauften Sachen ins Haus: Teppiche, Stoffmöbel oder Kleidung. Seltener fliegen die Falter von draußen durchs Fenster herein. Motten sind nachtaktiv und werden von Licht und warmen Räumen angelockt.
Den Teppich fressen aber nicht die Falter, sondern ihre Larven. Sie nehmen über Wolle, Seide oder Pelz das Protein Keratin auf, das vor allem in tierischen Fasern steckt und das sie zum Wachsen brauchen.
Tipp: Mach beim Lüften im Sommer abends das Licht aus. So lockst du keine Falter an.
Motten im Teppich erkennen
Trifft eines oder mehrere dieser Anzeichen zu, solltest du schnell handeln:
- Kleine Löcher und Unebenheiten: Sichtbare Löcher oder dünne, unebene Stellen zeigen, dass Larven die Fasern gefressen haben.
- Gespinste und Kot: Kleine dunkle Krümel auf dem Teppich können Mottenkot sein. Dazu kommen weiße Fäden, die die Larven ihr Leben lang hinterlassen.
- Larven: Kleine, weiße oder cremefarbene Raupen auf oder nahe am Teppich – sie sind für die Schäden verantwortlich.
- Falter: Kleine, flatternde Motten in der Wohnung können ebenfalls auf einen Befall hinweisen.
Sind Teppichmotten und Kleidermotten das Gleiche?
Ja, fast immer sind Motten im Teppich Kleidermotten (Tineola bisselliella). Ihre Larven fressen Wolle, Seide und andere tierische Fasern – genau die Stoffe, aus denen viele Teppiche bestehen.
Teppichmotten-Larven
Sie richten den Schaden an. Die Larven werden bis zu 10 mm lang und sind weißlich-gelb, ihr bräunlicher Kopf hebt sich klar vom glänzenden Körper ab. Beim Fressen hinterlassen sie weiße Fäden, so entstehen Löcher, dünne Stellen und Gespinste. Am Ende suchen sie sich einen geschützten Ort und verpuppen sich.
Teppichmotten-Eier
Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier in kleinen Gruppen auf oder neben den Teppich. Mit rund 0,6 mm sind die weißen, ovalen, glatten Eier kaum zu finden. Nach spätestens 10 Tagen schlüpfen die Larven. Mehr dazu: Wie sehen Motteneier aus?
Welche Teppiche sind anfällig?
Grundsätzlich jeder Teppich aus tierischen Fasern – und bei allen ist es die Kleidermotte. Besonders häufig betroffen sind:
| Teppich | Anfällig? | Warum |
|---|---|---|
| Wollteppich | ja, sehr | Wolle enthält viel Keratin; Motten legen ihre Eier gezielt darauf, damit die Larven sofort fressen können. |
| Perserteppich | ja, sehr | Oft aus reiner Wolle gefertigt – ein beliebter Ablageort für Eier. |
| Berber-Teppich | ja | Dichte, ungefärbte Wolle bietet reichlich Keratin. |
| Velour-Teppich | je nach Material | Aus Wolle anfällig, aus Synthetik für Motten eher uninteressant. |
Motten im Teppich bekämpfen
Schau dir zuerst den ganzen Raum an: Gibt es dort weitere Textilien wie Kleidung, Kuscheltiere oder Polstermöbel? Dann prüfe sie genauso gründlich und beziehe sie in die Bekämpfung ein. Nicht befallene Textilien verpackst du luftdicht und lagerst sie für etwa drei Wochen woanders.
- Gründlich saugen. Sauge den Teppich von beiden Seiten ab und entsorge den Staubsaugerbeutel sofort draußen – auch wenn er nicht voll ist.
- Hitze oder Kälte nutzen. Kleinere Teppiche bei 60 °C waschen oder für vier Wochen einfrieren. Große Teppiche kannst du, wenn möglich, starker Hitze aussetzen, etwa in einer Sauna.
- Eier im Raum erwischen. Motten legen ihre Eier auch in Ritzen und Spalten, die du kaum erreichst. Hier kommen Schlupfwespen ins Spiel: Sie suchen die Motteneier selbstständig. Die winzigen Nützlinge legen ihre Eier in die Motteneier – statt einer Motte schlüpft eine neue Schlupfwespe. Sind keine Motteneier mehr da, sterben die Schlupfwespen ab und bleiben als feiner Hausstaub zurück.
Auch gegen Motten im Teppich: Die Nützlinge setzen bei den Motteneiern an – auch in Ritzen und Teppichkanten. Ohne Insektizide in der Wohnung. Aus deutscher Zucht.
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Lohnt sich ein Teppichmotten-Spray?
Mottensprays enthalten oft Insektizide wie Permethrin oder andere Pyrethroide, die du in Wohnräumen nicht versprühen möchtest. Außerdem müsstest du genau wissen, wo die Eier liegen – die Suche übernehmen Schlupfwespen selbst. Beides zusammen geht übrigens nicht: Während der Anwendung von Schlupfwespen bitte keine Sprays.
Motten im Teppich vorbeugen
- Material wählen: Teppiche aus reiner Synthetik bieten Motten keine Nahrung.
- Gebrauchtes prüfen: Schau dir gebrauchte Teppiche und Textilien vor dem Kauf auf Befall an. Befall kommt oft von außen und liegt selten an mangelnder Sauberkeit.
- Richtig lagern: Teppiche vor dem Aufrollen in Zeitungspapier wickeln, Saisonkleidung luftdicht verpacken.
- Regelmäßig saugen: Motten mögen dunkle, wenig genutzte Orte, Feuchtigkeit, Schweiß und Schmutz.
Hinweis zu Hausmitteln: Lavendel, Zedernholz, Essig oder Nelken vertreiben Falter kurzfristig, beenden aber keinen Befall. Wenn du Schlupfwespen einsetzt, verzichte darauf – starke Düfte und ätherische Öle stören die Nützlinge. Mehr dazu: 7 Hausmittel gegen Motten.
Häufige Fragen
Welche Motten sind im Teppich?
Fast immer Kleidermotten. Seltener sind es verwandte Textilmotten wie die Pelzmotte. Einen Überblick gibt der Mottenarten-Steckbrief.
Können auch Käfer Löcher in den Teppich fressen?
Ja, die Larven des Teppichkäfers fressen ebenfalls tierische Fasern. Sie sind behaart statt glatt. Schlupfwespen wirken nur gegen Motteneier, nicht gegen Käfer. Mehr dazu: Mottenlöcher, aber keine Motten?
Reicht Staubsaugen gegen Motten im Teppich?
Saugen entfernt viele Larven und Eier, aber nie alle – vor allem nicht in Ritzen und an Teppichkanten. Deshalb braucht es zusätzlich eine Maßnahme, die an die Eier herankommt.
Sind Teppiche aus Synthetik sicher?
Reine Synthetik bietet Motten keine Nahrung. Mischgewebe mit Wolle kann dagegen angefressen werden.



