Ratgeber

Motten in der Wohnung aufspüren & bekämpfen

Küche, Kleiderschrank oder Schlafzimmer: Der Fundort verrät dir, welche Motte du hast. So findest du ihre Verstecke, erkennst den Beginn eines Befalls und beugst vor.

Motten in der Wohnung aufspüren & bekämpfen

Ein Falter in der Küche, ein Loch im Pullover: Motten fallen oft erst auf, wenn sie sich schon eingerichtet haben. Hier erfährst du, wo sie sich in der Wohnung verstecken, woher sie kommen, ab wann du handeln solltest – und wie du einem neuen Befall vorbeugst.

Das Wichtigste in Kürze
  • Motten verstecken sich in Ritzen, Ecken und Spalten nahe ihrer Nahrung: in der Küche im Vorratsschrank, im Kleiderschrank zwischen Wolle und Seide. Der Fundort verrät dir meist schon die Art.
  • Eine einzelne Motte ist noch kein Befall. Siehst du regelmäßig Falter oder findest Larven, beginnt gerade einer.
  • Motten sind keine Frage der Sauberkeit – sie kommen meist mit dem Einkauf oder mit Textilien ins Haus.

Wo verstecken sich Motten in der Wohnung?

Motten verstecken sich dort, wo ihre Larven Nahrung finden – und zwar im Dunkeln: Lebensmittelmotten im Vorratsschrank, in Ecken, Spalten und Ritzen rund um Mehl, Getreide, Nüsse und Trockenobst. Kleidermotten im Kleiderschrank und im Schlafzimmer, direkt an Wolle, Seide, Pelz oder Federn. Weil du die beiden Arten unterschiedlich bekämpfst, lohnt sich der Blick auf den Fundort:

Fundort Mottenart Aussehen Befällt
Küche, Vorratsschrank Dörrobstmotte 4–10 mm, braun Trockenobst, Nüsse, Getreide
Küche, Vorratsschrank Mehlmotte 10–14 mm, grau-silbrig Mehl, Getreide
Kleiderschrank, Schlafzimmer Kleidermotte 6–8 mm, hellgelb Wolle, Seide, Pelz, Federn

Motten in der Küche – Lebensmittelmotten

Am häufigsten sind die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) und die Mehlmotte (Ephestia kuehniella). Sie werden von trockenen, stärkehaltigen Vorräten angezogen: Mehl, Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte und sogar Trockenfutter für Haustiere. Die Weibchen legen ihre Eier direkt in oder neben diese Lebensmittel, die Larven fressen sich anschließend hindurch und verunreinigen sie. Mehr dazu in Motten in der Küche.

Motten im Kleiderschrank – Kleidermotten

Im Kleiderschrank ist es fast immer die Kleidermotte (Tineola bisselliella). Sie wird von Materialien tierischen Ursprungs angezogen: Wolle, Seide, Pelz und Federn. Ihre Eier legt sie direkt auf oder neben diese Stoffe. Die Larven fressen Löcher oder dünne Stellen hinein.

Motten im Schlafzimmer

Auch hier handelt es sich meistens um Kleidermotten. Gehe also genauso vor wie beim Kleiderschrank. Ist der Falter dunkel, hat sich eher eine Lebensmittelmotte aus der Küche verflogen – siehe Lebensmittelmotten im Schlafzimmer. Alle Arten im Detail findest du im Mottenarten-Steckbrief.

Motten in der Wohnung bekämpfen

Kennst du die Art, solltest du nicht lange warten – Motten breiten sich schnell aus. Wichtig ist, das Nest zu finden. Wie das geht, zeigt Lebensmittelmotten-Nest finden. Findest du es nicht, helfen Schlupfwespen: Sie suchen die Motteneier selbst.

Lebensmittelmotten bekämpfen

  1. Befallenes entsorgen: großzügig, in einer Mülltüte, außerhalb des Hauses.
  2. Den Rest sichern: Nicht betroffene Vorräte luftdicht verschließen, einfrieren oder erhitzen – so sterben Larven und Eier ab.
  3. Putzen: den ganzen Bereich aussaugen und mit Essigwasser auswischen, auch Ecken, Spalten und Ritzen. Dort liegen oft Eier.
  4. Schlupfwespen auslegen: Sie erreichen die Eier, die du beim Putzen übersiehst.

Kleidermotten bekämpfen

Befallene Textilien musst du – anders als Lebensmittel – nicht gleich wegwerfen. Motten vertragen keine extremen Temperaturen:

  1. Waschen: Betroffene und daneben gelagerte Textilien bei 60 °C waschen.
  2. Einfrieren: Was nicht in die Maschine darf, etwa 10 Tage in die Gefriertruhe legen.
  3. Putzen: den Kleiderschrank aussaugen und mit Essigwasser auswischen.
  4. Schlupfwespen auslegen: Sie setzen bei den Eiern in Ritzen und Fugen an.

Die ausführliche Anleitung in 4 Schritten findest du unter Motten bekämpfen.

Schlupfwespen gegen Motten

Die winzigen Nützlinge legen ihre Eier in die Motteneier – statt einer Motte schlüpft eine neue Schlupfwespe. Für Menschen und Haustiere ungefährlich, ohne Insektizide in der Wohnung. Aus deutscher Zucht.

Gegen Lebensmittelmotten Gegen Kleidermotten

Hinweis zu Hausmitteln: Lavendel, Zedernholz oder Kräutermischungen aus Nelken, Rosmarin und Thymian vertreiben Falter kurzfristig, beenden aber keinen Befall. Wenn du Schlupfwespen einsetzt, verzichte darauf – starke Düfte stören die Nützlinge. Die ehrliche Einordnung liest du in 7 Hausmittel gegen Motten.

Woher kommen Motten in der Wohnung?

Ein Mottenbefall hat meist nichts mit fehlender Sauberkeit zu tun. Die Motten werden eingeschleppt:

  • Lebensmittelmotten kommen oft mit bereits befallenen Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Eine winzige Öffnung in der Verpackung reicht.
  • Kleidermotten reisen mit Textilien: neu gekaufter Kleidung, Second-Hand-Stücken oder Wollprodukten.
  • Durchs Fenster: Motten fliegen auch durch offene Fenster und Türen herein, vor allem in den Abendstunden. Licht und Gerüche locken sie an.

Einmal drinnen, überleben Motten in kleinsten Ritzen und bilden dort unbemerkt Nester.

Wie viele Motten sind normal in der Wohnung?

Eine einzelne Motte ist noch kein Befall. Einzelne Motten kommen gelegentlich vor – besonders, wenn du nah an der Natur wohnst oder im Sommer Fenster und Türen offen stehen. Siehst du aber innerhalb kurzer Zeit regelmäßig Motten, ist das oft der Beginn eines Befalls. Spätestens wenn du Motten oder Larven in Lebensmitteln oder Textilien findest, solltest du handeln. Woran du einen Befall sicher erkennst, zeigt Motten erkennen.

Wie lange leben Motten in der Wohnung?

Der Falter lebt nur wenige Wochen – den größten Teil ihres Lebens verbringt eine Motte als Larve. Und genau die richtet den Schaden an.

  • Ei: Nach 3 bis 10 Tagen schlüpfen die Larven, je nach Art.
  • Larve: Sie frisst 20 bis 100 Tage lang, bei Kleidermotten bis zu drei Monate.
  • Falter: Er lebt nur kurz, beim Mehlzünsler bis zu zwei Wochen, bei der Pelzmotte zwei bis vier Wochen.

Vom Ei bis zur neuen Motte vergehen so bis zu 12 Wochen. Deshalb verschwindet ein Befall nicht von selbst, wenn du ein paar Falter erwischst: Die nächste Generation wächst schon in den Ritzen heran. Die Werte je Art findest du im Mottenarten-Steckbrief.

Mottenbefall vorbeugen – 5 Tipps

  1. Lüften und Licht: Motten mögen es dunkel und feucht. Lüfte tagsüber regelmäßig und lass Tageslicht herein – am besten mit Fliegengitter, damit das Lüften keine Einladung wird.
  2. Regelmäßig reinigen: Teppiche saugen, Regale abwischen, Ecken und Spalten nicht vergessen – dort legen Motten gern ihre Eier ab.
  3. Lebensmittel richtig lagern: Mehl, Getreide und Nüsse in luftdichten Behältern aufbewahren, Vorräte regelmäßig prüfen und Befallenes sofort entsorgen.
  4. Textilien kontrollieren: Kleidung aus Wolle, Seide oder Fell in luftdichten Behältern oder Schutzhüllen lagern, vor allem saisonal. Gebrauchte Textilien vor dem Kauf auf Befall prüfen.
  5. Duftmittel richtig einordnen: Lavendelsäckchen und Zedernholz können Falter abschrecken, mehr nicht. Mottenkugeln sind kein Naturmittel, sondern enthalten chemische Wirkstoffe. Den Vergleich aller Methoden findest du unter Das beste Mittel gegen Motten.

Häufige Fragen

Ich habe nur eine Motte gesehen – muss ich etwas tun?

Nicht sofort. Schau aber in Vorratsschrank und Kleiderschrank nach. Findest du Gespinste, Larven oder weitere Falter, solltest du handeln.

Habe ich Motten, weil meine Wohnung nicht sauber ist?

Meist nicht. Motten kommen mit befallenen Lebensmitteln, gebrauchter Kleidung oder durchs offene Fenster ins Haus.

Wo verstecken sich Motten in der Wohnung?

In dunklen Ritzen, Ecken und Spalten nahe ihrer Nahrung: Lebensmittelmotten im Vorratsschrank, Kleidermotten im Kleiderschrank an Wolle, Seide oder Pelz.

Welche Motten sind im Schlafzimmer?

Meistens Kleidermotten. Prüfe Wollsachen, Decken und Textilien im Kleiderschrank.

Muss ich befallene Kleidung wegwerfen?

Nur, wenn sie nicht mehr zu retten ist. Sonst reicht Waschen bei 60 °C oder etwa 10 Tage in der Gefriertruhe.

Werner Ackermann
Werner Ackermann
Entomologe mit über 20 Jahren Erfahrung. Er teilt sein Wissen im anwerk Magazin, um ein Bewusstsein für nachhaltige Schädlingsbekämpfung zu schaffen.