Schädlingslexikon

Schaben & Kakerlaken: erkennen und richtig handeln

Wer tagsüber eine Schabe sieht, hat meist schon viele. Hier erfährst du, welche Art du vor dir hast, woran du einen Befall erkennst und was jetzt wirklich hilft.

Schaben & Kakerlaken: erkennen und richtig handeln

Schaben – oft Kakerlaken genannt – gehören zu den hartnäckigsten Schädlingen im Haushalt. Sie sind nachtaktiv, verstecken sich in engsten Ritzen und vermehren sich schnell. Je früher du handelst, desto besser.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die häufigste Art in Wohnungen ist die Deutsche Schabe: hellbraun, 10–15 mm, zwei dunkle Streifen hinter dem Kopf.
  • Schaben tagsüber zu sehen ist ein Zeichen für einen starken Befall.
  • Sie können Krankheitserreger verschleppen. Bei größerem Befall oder im Mehrfamilienhaus ist ein Fachbetrieb meist der richtige Weg.

Welche Schabe ist das?

Art Größe Aussehen Typischer Ort
Deutsche Schabe 10–15 mm hellbraun, zwei dunkle Längsstreifen am Halsschild Küche, Bad – warm und feucht
Orientalische Schabe 20–30 mm dunkelbraun bis schwarz, glänzend Keller, Abflüsse – kühler und feucht
Braunbandschabe 10–14 mm hellbraun mit hellen Querbändern warme, trockene Räume, auch hinter Elektrogeräten

Woran erkennst du einen Befall?

  • Kot: kleine schwarze Pünktchen oder Schmierspuren in Schränken, hinter Geräten und entlang von Kanten
  • Häutungsreste und leere, bräunliche Eipakete
  • Muffiger, süßlicher Geruch bei stärkerem Befall
  • Tiere bei Licht: Schaltest du nachts das Licht an, flüchten sie in Ritzen

Ein Weibchen der Deutschen Schabe trägt ihr Eipaket mit sich herum, darin stecken rund 30 bis 40 Eier. Deshalb wächst ein Befall so schnell.

Wie kommen Schaben ins Haus?

Meist werden sie eingeschleppt: mit Kartons, gebrauchten Möbeln oder Elektrogeräten, aus dem Urlaub im Koffer oder über Rohr- und Kabelschächte aus Nachbarwohnungen. Mit Sauberkeit allein hat ein Befall wenig zu tun – er wird aber durch offene Lebensmittel, Krümel und Feuchtigkeit begünstigt.

Was hilft gegen Schaben?

  1. Befall eingrenzen. Stell Klebefallen an Wände, unter die Spüle und hinter Geräte. So siehst du, wo die Tiere unterwegs sind und wie viele es sind.
  2. Futter und Wasser entziehen. Lebensmittel dicht verschließen, Krümel wegsaugen, Spüle abends trocken wischen, Müll täglich rausbringen.
  3. Verstecke schließen. Ritzen an Fußleisten, Fliesen und Rohrdurchführungen abdichten.
  4. Gezielt bekämpfen. Fraßköder in Köderdosen wirken über Wochen, weil die Tiere den Wirkstoff ins Versteck tragen. Sprays allein erreichen die Verstecke meist nicht.
  5. Fachbetrieb holen, wenn du tagsüber Schaben siehst, wenn sie nach einigen Wochen nicht weniger werden oder wenn mehrere Wohnungen betroffen sind.

Mietwohnung? Informiere deinen Vermieter oder die Hausverwaltung. Schaben wandern durch Schächte – ohne Behandlung der Nachbarwohnungen kommen sie oft zurück.

Häufige Fragen

Sind Kakerlaken gefährlich?

Sie stechen und beißen nicht, können aber Krankheitserreger auf Lebensmittel übertragen und Allergien auslösen. Deshalb solltest du einen Befall nicht aussitzen.

Kommen Schaben aus dem Abfluss?

Die Orientalische Schabe hält sich gern in Abflüssen und Kellern auf. Die Deutsche Schabe lebt dagegen meist in der Küche, hinter Geräten und in Schränken.

Wie lange dauert es, Schaben loszuwerden?

Selbst bei guter Bekämpfung meist mehrere Wochen, weil aus den Eipaketen immer wieder Jungtiere schlüpfen. Kontrolliere mit Klebefallen, ob die Zahl wirklich sinkt.

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anwerk Redaktion
Das Team hinter anwerk. Wir beschäftigen uns jeden Tag mit Motten, Schädlingen und Nützlingen im Haushalt.